In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 wird im Block IV des Atomkraftwerkes von Tschernobyl ein Sicherheitstest gestartet. Der Bedienungsmannschaft unterläuft dabei ein Fehler. Sie schaltet daraufhin das Sicherheitssystem ab. Sekunden später kommt es zum größten anzunehmenden Unfall (GAU) in der Geschichte der Atomkraft. Der Reaktor explodiert und setzt radioaktive Stoffe in einer solchen Menge frei, dass ganz Europa die Auswirkungen zu spüren bekommt. Der Name der Stadt Tschernobyl wurde seitdem zum Synonym für die Gefahren der Kernenergie. Die Folgen sind bis heute sichtbar. Die Erinnerung daran ist vielen Menschen noch lebendig, die diese Zeit bewusst erlebt haben. Über die Schlussfolgerungen wird aber noch heute diskutiert.
Während die WHO und die IAEA die Zahl der Toten durch die Katastrophe von Tschernobyl auf etwa 4.000 unter den drei am meisten betroffenen Gruppen (Liquidatoren, Evakuierte und Bewohner der hochkontaminierten Zone) schätzt, kommt Greenpeace auf ganz andere Zahlen. Aufgrund eigener Berechnung kommt die Organisation auf 93.000 zusätzliche Krebstodesfälle. Hinzu kämen noch weitere 270.000 zusätzliche Krebserkrankungen.